Sonderurlaub beim Umzug

Wie ist die rechtliche Lage?

Sie planen einen Umzug, aber aus verschiedenen Gründen kann dieser nicht am Wochenende stattfinden? Als Berufstätiger stellt man sich die Frage, ob man Anspruch auf Sonderurlaub hat. Die schlechte Nachricht: Laut Gesetz besteht kein Recht auf Sonderurlaub bei einem Umzug. Weder im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) noch im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) ist festgelegt, dass ein Anspruch auf Sonderurlaub oder eine unbezahlte Freistellung bei einem Umzug besteht. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, was davon abhängt, ob der Umzug aus privaten oder beruflichen Gründen erfolgt. Laut des § 616 BGB besteht ein Anspruch auf Sonderurlaub nur, wenn Sie aus persönlichen Gründen unverschuldet oder für eine nicht erhebliche Zeit an Ihrer Arbeit gehindert werden. Zu diesen Gründen gehören die eigene Hochzeit, ein Todesfall im engsten Familienkreis oder bei Vätern, die Geburt des eigenen Kindes. Ein weiterer Grund für Sonderurlaub kann auch die Erkrankung des eigenen Kindes sein, wenn dieses unter 12 Jahre alt ist. Zudem gibt es auch Tarif- und Arbeitsverträge, in denen ein Sonderurlaub vorgesehen ist, aber hier besteht kein genereller Anspruch beim Umzug darauf.

Welche Voraussetzungen gibt es für Sonderurlaub bei einem beruflichen Umzug?

Wird ein Umzug aus beruflichen Gründen notwendig, können Sie auf die Kulanz des neuen Arbeitsgebers hoffen. Wenn zwischen der Beendigung des alten Jobs und dem Beginn des neuen nur ein Wochenende liegen, gibt Ihnen der neue Chef unter Umständen die Möglichkeit den Umzug mit einem kurzen Sonderurlaub durchzuführen. Anders verhält es sich, wenn Sie nicht den Arbeitgeber wechseln, sondern nur den Arbeitsort. Denn in diesem Fall ist es möglich mit einer bezahlten Freistellung den Umzug mit der Familie durchzuführen. Juristisch wird der Wohnungswechsel als "vorübergehende Verhinderung" gewertet. Damit dürfen Sie für einen Tag der Arbeit fernbleiben, aber erhalten trotzdem Ihr Gehalt. Es gibt auch Firmen, die nicht nur einen freien Umzugstag gewähren, sondern sich zusätzlich an den Umzugskosten beteiligen.

Kann Sonderurlaub auch bei einem Privatumzug genommen werden?

Bei einem Umzug aus privaten Gründen gehen viele Arbeitnehmer davon aus, dass sie ein Recht auf Sonderurlaub haben. In diesem Fall geht man in der Regel davon aus, dass der Arbeitnehmer den Umzug selbst veranlasst hat. Aber auch bei diesem Umzug kann es mit einem freien Tag funktionieren. Schauen Sie am besten in Ihren Arbeitsvertrag nach oder in der Tarif- und Betriebsvereinbarung nach, wie das Thema Sonderurlaub dort geregelt ist. Gibt es keine Regelung für den Sonderurlaub, ist nach § 616 BGB keine Freistellung möglich. Sollten Sie zu einem Mitarbeiter in der Personalabteilung oder zum Chef einen guten Draht haben, sprechen Sie das Thema einfach offen an.

Viele der Arbeitgeber lassen auch mit sich reden, da sie meist selbst schonmal umgezogen sind. Vielleicht können Sie am Umzugstag die Schicht mit einem Kollegen tauschen, ein paar Stunden früher gehen oder während der Arbeitszeit Erledigungen machen. Das sind nur drei Möglichkeiten für ein freundliches und offenes Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten.

Beachten Sie, dass eine rechtzeitige Planung für den Umzugstag sehr wichtig ist. Auch der Wunsch eines freien Tages sollten Sie rechtzeitig anmelden. Gerade in der Urlaubszeit ist es wichtig, damit alles rechtzeitig durchgeführt werden kann. Ansonsten könnte es sein, dass ein Engpass bei den Mitarbeitern die Umzugspläne durchkreuzen.